
Präsidentenbericht 2025
Eingangs ein paar Gedanken zum heutigen Vereinswesen.
Ich frage mich ernsthaft, ob das Tun in Vereinen nicht langsam zum Aus- laufmodell werden könnte? Wo man hinhört, wird über Fusionen oder sogar Auflösungen wegen Überalterung und fehlenden Funktionär*innen diverser Institutionen berichtet und geschrieben. Dabei dürfen wir auch unsere Bewegung nicht ausschliessen. Jüngstes Beispiel ist nämlich die Auflösung der Naturfreunde Sektion Ostermundigen von denen wir zehn Mitglieder in unserer Sektion willkommen heissen durften und der Rest leider mehrheitlich den Naturfreunden den Rücken zugekehrt hat! Eines muss uns aber allen klar sein: das Vereinsleben ist ein in der Gesellschaft integriertes System, das mit einem breiten Angebot den vielen verschiedenen Interessen und Altersgruppen der Menschen begegnet und uns vor Vereinsamung schützt. Die einen Vereine bieten ihren Mitgliedern, dem Bewegungsdrang nachzugehen, in Musik- und Kulturvereinen werden sowohl Tradition wie Neues vorangetrieben und in gemeinnützigen Institutionen organisieren sich Menschen, die mit ihren Aktivitäten anderen Gutes tun möchten. Liege ich falsch, wenn ich behaupte, dass in unserem Tun von all dem, was ich aufgezählt habe, ein klein wenig zu finden ist?
Fazit der Geschichte: versuchen wir, weiter um den Erhalt unserer tollen Freizeitbeschäftigung und Kameradschaft zu kämpfen, denn wer ans Resignieren oder gar ans Aufgeben denkt, der hat bereits schon verloren!
So nun aber zu unserem eigentlichen Jahresrückblick:
Ich kann mich echt nicht erinnern, dass mich ein NFM-Präsidialjahr, inzwischen sind es deren 34 geworden, so gefordert hat wie das Vergangene! Kurz gesagt: es war ein stetes Himmel hoch jauchzen und wieder zu Tode betrübt sein. Dem Zweiten möchte ich gleich am Anfang meines Rückblickes seinen verdienten Raum geben:
Zum Einstieg ins neue Vereinsjahr erreichte uns am 12. Januar die schmerzliche Nachricht, dass uns Martin Fischer unverhofft auf einer Skitour in seinen geliebten Bergen verlassen hat.
Nur zwei Wochen später, am 30. Januar, schloss sich der Lebenskreis von Manfred Mayer in seinem 88. Altersjahr. In früheren Jahren war er ein umsichtiger Leiter der Kindergruppe und während 70 Jahren ein treues Mitglied unserer Sektion war.
Am 25. März mussten wir von unserer Vereinssekretärin Marianne Morgenthaler Abschied nehmen. Sie verstarb nach kurzer schwerer Krankheit in ihrem 69. Altersjahr. Marianne war während 13 Jahren eine umsichtige und pflichtbewusste Sekretärin. Hilfsbereitschaft und Einstehen für Schwächere war für Marianne eine Selbstverständlichkeit!
Nach langem Kampf gegen sein Krebsleiden wurde Beat Bähler am 8. Dezember im Spital Thun von seinen Schmerzen erlöst. Beat wurde an der Hauptversammlung 1991 zum Präsidenten der Hüttenkommission unserer Hütte auf Tschuggen im Diemtigtal gewählt. Mit seiner unkomplizierten und hilfsbereiten Art verstand er es, zwischen den Älplern und uns Flachländlern als Brückenbauer zu amten und trug damit einiges zum kameradschaftlichen Miteinander bei. Noch heute erinnert man sich gerne an die Anlässe in der Hütte. Die Arbeitstage, Frauen im Innendienst und die Männer mit Holzer-Arbeit oder Wanderwegunterhalt beschäftigt, waren jeweils bis ins Detail organisiert. Sogar Tannen zog er mit seinem Personenwagen aus dem Wald hinauf zur Hütte. Auf einen möglichen Blechschaden angesprochen, meinte er kurz und bündig: guet bunge isch scho haub gfahre! Nach 16, mit viel Herzblut geführten Präsidialjahren endeten diese im Februar 2006 von einem Tag auf den andern. Seine und unsere geliebte Hütte wurde leider ein Raub der Flammen! Beat, wir bedanken uns bei dir für 50 Jahre Vereinstreue.
Weiter mussten wir im Laufe des Jahres noch von Trix Jallov und Vreni Brügger, die beide unserem Verein sehr nahestanden, Abschied nehmen.
Im Wissen, dass ihr alle nicht fort, sondern uns nur vorausgegangen seid, gönnen wir Euch die ewige Ruh. Mir vermisse öich!
Natürlich wünschen wir allen die im vergangenen Jahr auch einen lieben Menschen verloren haben viel Kraft, Hoffnung und Zuversicht!
Das Jahresprogramm 2025 begann am Freitag, 17. Januar mit der Winterwanderung im Sörenberg. Sechzehn NFMler und ein Vierbeiner nahmen die recht anspruchsvolle Rundwanderung unter die Füsse. Wie es sich für Naturfreunde gehört, wurden die paar kniffligen, vereisten Stellen mit gegenseitiger Unterstützung gemeistert. Übers Schwändeli, durch‘s Naturschutzgebiet Totmoos, ging es hinunter zur Talstation der Brienzer Rothorn Luftseilbahn. Entlang der idylischen Waldemme erreichten wir um 15.00 Uhr wieder das Dorf Sörenberg.
Schneeschuhlaufen und Winterwandern? Genau das lockte uns am 3. Februar ins Engstligental. Herbert absolvierte mit den „Schneeschühlern“ die einfache Tour ab der Elsigenalp zur Elsighütte und zurück. Die Winterwanderer starteten ab Parkplatz Höchst und absolvierten bei herrlicher Weitsicht die ausgeschilderte zweistündige Rundwanderung.
Das traditionelle Winterweekend vom 15./16. Februar im Ferienheim Saanenmöser durfte eine Zunahme der Teilnehmerzahl verbuchen. Herz was willst du mehr: Herrliches Winterwetter, gutes Essen, und eine Viel-
zahl an Sportaktivitäten machen ein solches Wochenende zum Erlebnis.
Mit dem Theaterbesuch «Verchleidet» bei der Seniorenbühne Worb,
erhielten auch NFM-Mitglieder, welche nicht mehr regelmässig an Wanderungen mitmachen können, die Möglichkeit zur Teilnahme am Vereinsgeschehen. Das feine Nachtessen im Restaurant Bahnhof Tägertschi rundete den kameradschaftlichen Nachmittag ab.
Am Samstag, 3. Mai beteiligten wir uns schon zum dritten Mal am Coop Gemeindeduell. Mit der Wanderung „dr Ämme nah“, von Eggiwil nach Signau, trugen wir mit unseren 3780 Bewegungsminuten zum erfreulichen 4. Rang unserer Gemeinde bei.
Der Auffahrtsbummel hat Tradition. Am 29. Mai fuhren die Naturfreunde unter der Leitung von Bernhard Morgenthaler in den Aargau. Die abwechslungsreiche Wanderung bot den Teilnehmenden mit dem Besuch der Linde Linn einen ganz besonderen Höhepunkt. Der 800-jährige Baum gilt mit einer Höhe von 25 Metern und seinem Stammumfang von 11 Metern als der mächtigste Baum im Aargau!
Samstag, 7. Juni: bei misslichsten Wetterbedingungen, mit Donnergrollen und bei unaufhörlichem Regen, starteten morgens um 03.00 Uhr 9 Teilnehmer zur traditionellen 35 Kilometer langen Pfingstwanderung ins Diemtigtal. In Reutigen war das Treffen mit den nicht Wetterfesten abgemacht. Die restliche Strecke nahm man nun noch gemeinsam unter die Schuhe. Noch der Vollständigkeit halber: das Apero am Ziel im Gasthof Schönbühl genossen wir bei herrlichem Sonnenschein auf der Terrasse.
Am letzten Freitag im Juni durften wir zum wiederholten Male die Gastfreundschaft beim «Brätle am Bärestutz» bei Marianne Kuster geniessen!
Am 29. Juli führte uns Bernard Oppeliguer bei idealen Bedingungen durch die Areuse Schlucht. Zwischen dem Einstieg in Noiraigue und dem Ausstieg unten in Boudry, den wir nach knapp vier Stunden erreichten, fällt die eindrückliche Schlucht um ca. 300 Hm ab und der gleichnamige Fluss mündet dann schliesslich in den Neuenburger See.
Die Rundwanderung vom 9. August führte uns nicht auf den Mond, aber zu einer einzigartigen Kraterlandschaft, zu den «Gryden». Am Betelberg, oberhalb der Lenk verbirgt sich einer der wohl aussergewöhnlichsten Orte der Schweiz: Mein Ratschlag: Das muesch eifach säuber gseh ha!
Die Sonntagswanderung vom 7. September begann für 22 Teilnehmer einmal anders. Ab Langnau genossen wir die Fahrt im Oldtimer-Postauto, hie und da mit ta-tü-tä-ta, hinauf auf die Moosegg. Anschliessend erlebten wir die Schönheiten des Emmentals aktiv auf der Wanderung über die Blasenfluh nach Biglen!
Ursula Müller, begann ihren Bericht zur Rundwanderung in Saas Fee vom 20. September mit den Worten „ä gschänkte Tag“, und genau das war er. Ich, zum ersten Mal in Saas Fee, genoss den Bilderbuchtag mit den herbstlichen Farben der Flora und der majestätischen Bergwelt in vollen Zügen.
Am 4. Oktober bestand Walter Schenk seine Wanderleiterprüfung durch den Galterengraben in Freiburg mit Bravour.
Die Spätherstwanderung übernahm, ganz nach dem Motto „unsere Kameradschaft lebt“, Bärni Oppliguer. Es ging „uf em alte Märitwäg“ von Burgdorf nach Koppigen, auch Kornkammer des Mittellandes genannt. Nach Überlieferungen sollen einst auf diesem Weg die Öscher und die Koppiger zum «Burdlefer Märit» gezogen sein.
War es Zufall oder gekonntes Timing? Wir waren nämlich die letzte Gruppe, die noch zu einer Führung in der Swisstopo zugelassen wurde. Wegen dem Sparhammer im VBS sind ab 2026 keine Führungen mehr möglich und wir daher die letzten Gäste der Swisstopo, die noch Einblick in die Geschichte und deren Aufgaben erhielten.
Der Kegelschub, die feierliche Waldweihnacht mit Samichlaus und der gut besuchte Jahresschlussbummel, mit Zvieri im Gasthof Löwen in Wichtrach, rundeten das Vereinsjahr 2025 ab!
Vereinsintern wurden eine HV und sieben Monatsversammlungen und eine Vorstandssitzung abgehalten. Herbert Lussmann und ich besuchten die NFS GV vom 16. Juni in Freiburg und sechs Naturfreunde nahmen am Jubiläumsanlass 100 Jahre Naturfreunde Schweiz im Volkshaus Zürich teil.
Nun komme ich noch zum Danken:
– Meinem Vorstandsteam für die Unterstützung
– Allen Wanderleitern und Mitgliedern die in irgendeiner Form zum
Gelingen des Vereinsjahres beigetragen haben
– Unseren Gönnern und Inserenten für die finanzielle Unterstützung und
den Familien Linder und Löffel mit ihrem Team für ihre Gastfreundschaft
im Gasthof Ochsen.
Zum Schluss wünsche ich allen weiterhin viele kameradschaftliche Stunden im Kreis der Naturfreunde und vor allem Gesundheit, Glück und Wohlergehen!
Hans Hählen, Präsident
