
Durch die „Georges de l’Areuse“
Am 29. Juli durch die „Gorges d’Areuse“
Schon bei Hinfahrt an deren Flanke konnte man sich ein Bild des Taleinschnittes machen und auch einen kurzen Blick auf den darüber ragenden und berühmten „Creux du Van“ werfen.
Schon bald aber tönte es „Prochain arrêt, Noiraigue“, also aussteigen. In Sichtweite des Bahnhöflis bot sich „L’auberge“ mit „Renversé et croissant, svp.“ zum meist obligaten „Vorstart“ zur geplanten Wanderung an. Mit der Begrüssung liess der Leiter die acht „Schluchtenden“ wissen, dass die Areuse hinter Fleurier aus einer sog. Siphon- oder Aufstossquelle entspringt und Zuflüsse (u.a. Le Buttes) hat, deren Quellen sich bis weit hinter Ste-Croix befinden. Zwischen Noiraigue und Boudry fällt sie, eine Schlucht (Gorges) bildend, um ca. 300 Hm ab, um dann in den Neuenburger-See zu münden.
Schon bald des Weges tauchten erste Zeugen der Industrialisierung des Tales auf. Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde das Wasserkraftpotential der Areuse erkannt. Es wird bis heute in vier Stufen zur Stromerzeugung für die Städte Neuenburg und La Chaux-de-Fonds genutzt.
Speziell ist die dritte Stufe „Les Moyats“, die als Pumpwerk für die Trinkwasserversorgung der im „trockenen Tal“ liegenden Stadt La Chaux-de-Fonds dient. Gepumpt wird Quellwasser aus Klüften in der Schlucht über eine Leitung von ca. 20 km ins 500 m höher gelegene Gebiet!
Damit erfolgte ebenfalls die durchgehende Erschliessung der Schlucht mit Geh- und Fahrwegen. Diese bilden mal links mal rechts des Flusses und mit interessanten Brücken verlaufend eine abwechslungsreiche Begehung. Der Flusslauf mit Abstürzen und Flachstrecken sorgt stets für tolle Einblicke.
An dem etwa in der Streckenmitte geplanten grossen Tisch konnte der Mittagsrast eingelegt werden. Nach bald vier Stunden und vielen Eindrücken war der Ausgang der Schlucht erreicht. Mit dem Weg über den „Schlosshoger“ im pittoresken Städtchen Boudry zum „Tram Littorail“ fand eine erlebnisreiche Wanderung ihr Ziel.
Mit dem Bähnli am Place Pury in Neuenburg angelangt, ergoss sich, wie auch die Areuse, der Blick über das Blumenmeer der Esplanade du Mont-Blanc auf den See. Zum Abschluss des ereignisreichen Tages schmolz ein feines Glacé in den erhitzten Köpfen dahin.
14.10.2025 / Op
